„Wichtig ist es nicht aufzugeben“- Josef Giesen besucht den Sporttheoriekurs

Ein Bericht von Sarah Korte und Hannes Korte

Nach David Behre, der unsere Schule 2016 vor den Olympischen Spielen in Rio de Janiero besuchte, kam nun ein weiterer Paraolympic Medaillengewinner zu Besuch.

Durch das Engagement von Herrn Bako durften die Schüler des Sporttheorie-Kurses Josef Giesen, Paralympic Bronze-Medaillengewinner 2010 im Biathlon, hautnah erleben.

Aufgrund einer Contergan-Tablette, die seine Mutter zur Zeit der Schwangerschaft eingenommen hatte, wurde die Entwicklung im Mutterleib gestört. Zu dieser Zeit wusste die Mutter allerdings noch nicht von der Schwangerschaft. Heute muss er ohne beide Arme leben.

In den zwei Stunden, die er sich für uns Zeit genommen hat, veranschaulichte er uns, wie er mit dieser körperlichen Einschränkung klar kommt und sogar jeden Tag über mehrere Stunden seinen Trainingsplan durchziehen konnte.

Wir haben ihn als einen sehr humorvollen, sympathischen und ehrgeizigen Menschen erlebt und wir merkten, dass seine Behinderung ihn nicht aufhalten kann.

Er hat uns sehr beeindruckt, denn er hat nie aufgegeben und hat für jede Situation eine Lösung gefunden. Selbst Autofahren und Fahrradfahren ist für ihn kein Problem mehr. Trotz der hohen Kosten, ließ er sein Auto umbauen und kann nun mit den Füßen lenken. Es braucht nur eine positive Einstellung, Kreativität und Gelassenheit, von der er reichlich besitzt. Stolz zeigt er uns seine vielen paar Schuhe, die er mit Haken befestigt hat, um im Garten mit den Füßen arbeiten zu können.

Der Grund für seine Treffsicherheit im Biathlon, die ihn bekannt macht, ist wohl seine langjährige Erfahrung und die dadurch entwickelte Gelassenheit. Dies veranschaulichte er uns an einem Video seiner Sportkarriere und demonstrierte uns an seinem mitgebrachten Sportgewehr seine Art mit diesem umzugehen.

Josef erklärt die Benutzung seines Gewehrs

Ein Thema, das wir Schüler im Sporttheorie- Kurs zur Zeit behandeln, ist der Bereich der Motive und Motivation im Sport.

Josef Giesen sieht seine Motivation in seiner natürlichen Persönlichkeit. Er sieht sich selber als sehr ehrgeizig und sagt: „Wichtig ist es, alles auszuprobieren und nicht aufzugeben!“ Diese Lebensphilosophie hat in so weit gebracht, dass er abgesehen von dem besteigen des Kilimandscharos und weiteren sportlichen Aktivitäten, 2010 in Vancouver die Bronzemedaille in Biathlon gewann.

Ein wichtiger Tag für Josef: Der erste Tag auf Langlaufskiern 1994.

Alles begann mit einem Ski-Langlauf Wettbewerb und später hartem Training, das ihn 2010 an die Weltspitze des Behindertensportes gebracht hat. Auch wir Schüler durften diese Medaille einmal in der Hand halten. Auf die Frage hin, wie es sich anfühlt eine so bedeutende Medaille zu gewinnen sagt er, dass es ein unbeschreibbar schönes Gefühl ist.

Im Vortrag hat man gemerkt, dass er seine Behinderung mit Humor nehmen kann: „Dafür gibt es einen Daumen hoch!“

Gezeigt hat uns Schülern diese erfolgreiche Lebensgeschichte, dass man mit dem nötigen Willen “Berge versetzen kann”.

 

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Bilder: Sefan Roters

Text: Sarah und Hannes Korte